Für Raser ist der Trialsport nichts: Hier wird so langsam gefahren, dass es nicht einmal eine Sitzbank gibt. Beim Trial wird gestanden und das aus guten Grund. Der Fahrer muß geschickt seine Balance halten, um über einen buchstäblich steinigen Weg zu kommen und das auch noch bergauf und bergab.

Der Name kommt eigentlich aus dem Englisch und bedeutet Prüfung, aber er hat sich vor allem für das schwierige Gelände eingebürgert. Neben Motorrad-Trials gibt es auch solche für Autos und sogar Lastwagen.

Das Wichtigste beim Trial-Fahren ist, dass man weder die Streckenbegrenzungen berührt noch zum Stillstand kommt. Man hatte schon seit 1910 versucht mit Motorrädern das Gelände zu erkunden und je unwegsamer es war, umso mehr galt es als eine Herausforderung. Es gilt heute als die Hohe Schule des Motorradfahrens, und nur wenige beherrschen es meisterlich.

Absteigen verboten

Bei einem Trial-Kurs spielt die Zeit die man braucht, um den Kurs zu beenden, keine oder eine sehr geringe Rolle. Wichtiger ist keine Fehler zu machen was kaum jemanden gelingt. Es gilt zentimetergenau den 1,2 Meter breiten Kurs zu durchfahren, meistens in Schrittgeschwindigkeit. Die Fahrer müssen dabei das Motorrad über Steine und Wurzeln bugsieren, einen Abhang hinuntergleiten lassen, und im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein rollen. Dabei ist unglaubliches Geschick gefordert, denn schon ein Fuß auf dem Boden oder auf einem Hindernis bedeutet Punktabzug.

Die Motoren und der Gasgriff müssen schnell reagieren und die Maschinen brauchen eine große Bodenfreiheit. Wichtig sind auch die Reifen: Sie müssen perfekt für da Gelände sein. Oftmals wird der Reifendruck extra für einen Kurs oder bestimmte Streckenabschnitte angepasst.

Im Wettkampfsport gibt es spezielle Trial-Maschinen, aber viele Endurofahrer verwenden auch ihr Bike, um einfache Trial-Strecken zu absolvieren. Das ist meistens ein gutes Training, wenn man mal mit der Enduro im Gelände unterwegs ist und Hindernisse überwinden muss. Außerdem stärkt es den Gleichgewichtssinn.